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Digitale Schule

Hochschulnetz schmeißt Schulen raus: Gründe, Folgen und Möglichkeiten

Spätestens seit der Pandemie sind Schulen deutschlandweit auf funktionierendes WLAN, digitale Kommunikationstools und funktionierende Web-Hostings angewiesen. Aus diesem Grund richteten sich mehr als 2.000 Baden-Württemberger Schulen kürzlich im Hochschulnetz des Landes (BelWü) ein, welches ihnen Websites und Lernplattformen für den Unterricht bereitstellte. Ende April gab es einen herben Rückschlag für die Schulen: Die Regierung gab bekannt, dass sie sich wieder aus dem Landeshochschulnetz zurückziehen müssen. Wir erklären Ihnen, was das konkret für die Schulen bedeutet, und wie es dazu kam. Am Seitenende erfahren Sie mehr zu den Handlungsmöglichkeiten der betroffenen Schulen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Was ist das Landeshochschulnetz Baden-Württemberg (BelWü)?

 

Die Abkürzung BelWü steht für „Baden-rttembergs extended LAN und ist das Datennetz der wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes. Das Ziel des Hochschulnetzes sei die Verbindung von Universitäten und (Dualen) Hochschulen mit sonstigen wissenschaftlichen und öffentlichen Einrichtungen, wie beispielsweise Schulen. Aufgrund einer Kooperationsvereinbarung 1997 versorgt BelWü auch die Schulen mit verschiedenen Diensten wie datensicherem Web-Hosting, E-Mail-Services und mehr. Jedoch kam es 2019 zu der Entscheidung des Wissenschaftsministeriums, dass es Zeit für eine Neuausrichtung von BelWü sei, weil „die Anforderungen im Rahmen der Konnektivität der Universitäten und Hochschulen auf internationalem Leistungsniveau zunehmen“ (Stellungnahme 2021). Der aktuell thematisierte Rauswurf der Schulen aus dem Hochschulnetz ist somit als Schritt des Prozesses zur Neuausrichtung zu verstehen. Wie Sie damit umgehen können, erklären wir Ihnen am Ende dieser Seite.

2. Was wurde entschieden?

 

Ende April erreichte die Baden-Württembergischen Schulen die Nachricht, dass sie – sofern sie im Landeshochschulnetz mit ihren IT-Services situiert seien – bald wieder umziehen müssten. Für die Schulen bedeutet das, dass ihre Webauftritte eingestellt werden, beziehungsweise sie nach neuen Anbietern für diese Ausschau halten müssen. Man dürfe aus Wettbewerbsgründen keine Empfehlungen für alternative Dienstleister ausgeben, erklärt Belwü, versichert aber auch, dass dafür gesorgt würde, dass Mail-Konten und digitale Lernplattformen auf eine zentrale Plattform verlagert werden. Laut Mitteilung beginne man ab dem 1. Oktober 2021 mit dem Abschalten der Webauftritte, wozu auch Homepages, Wikis, Foren, Nextcloud und eigene, selbstverwaltete Moodle-Auftritte gehören. Dies geschieht jedoch nicht von jetzt auf gleich: Voraussichtlich ziehe sich der Prozess bis Anfang 2023, da die Schulen eine nach der anderen abgeschaltet werden.

 

3. Wie lautet die Begründung?

 

Um die Entscheidung zu begründen, veröffentlichten das Kultusministerium und das zuständige Wissenschaftsministerium am 3. Mai 2021 eine offizielle Stellungnahme. In dieser werden unter anderem „veränderte rechtliche Rahmenbedingungen“ als Grund für die Veränderungen genannt. Kultus- und Wissenschaftsministerium könnten „aus verschiedenen Gründen nicht verlässlich dauerhaft“ dafür sorgen, dass unter aktuellen Bedingungen ein gesicherter Betrieb möglich sei, was die anstehenden Schritte zu zwingenden Veränderungen mache. Belwü habe Ansprechpartner der jeweiligen Schulen bereits zuvor in Kenntnis gesetzt, und betonte mehrfach deutlich, dass ausreichend Zeit für den Übergang zu neuen Services bestände.

 

4. Was sind die Folgen?

 

In einer Mail an die Schulleiter/innen betroffener Schulen, erklärt Belwü einzelne Folgen des Beschlusses wie folgt:

„Die Angebote DSL/Kabel basierende Internetanbindung, Web-Hosting, File Exchange Service (FEX) und Dienste bei denen BelWü nur kommerzielle Dienste weitervermittelt (z.B. Jugendschutzfilter) sollen zum Ende des Schuljahres 2021/2022 auslaufen. Hier müssen Sie sich bitte um einen alternativen Dienstleister bemühen. […] E-Mail-Postfächer werden weiterhin angeboten, bis diese geschlossen an eine zentrale Plattform eines anderen Anbieters überführt werden können. Auch hier ist als Perspektive das Ende des Schuljahres 2021/2022 vorgesehen, vorbehaltlich der Verfügbarkeit einer Zielplattform”.

Unmittelbar ändert sich für die Schulen also nichts. Auch Moodle stehe vorerst weiterhin ohne Einschränkungen für Schulen zur Verfügung. Spätesten 2024 solle Moodle dann seinen Platz im Rahmen der digitalen Bildungsplattform finden – für diese Übernahme durch einen neuen Dienstleister würde umfangreiche Vorarbeit geleistet werden.  In dem sich ergebenden Zeitraum sollten sich die Schulen auf die Suche nach alternativen Dienstleistern machen, wobei sie von Mitarbeiter/innen des Kultusministeriums begleitet und unterstützt würden. Beispielsweise müssen sie eigene Anbieter für die Schul-Homepage finden. Das Hochschulnetz Belwü sei eine „Nothilfe und Brücke“ während der noch andauernden Corona-Pandemie gewesen, könne allerdings keine Dauerlösung darstellen, so Theresia Bauer (Grüne). Während man die bestehenden Schulen hinsichtlich eines Wechsels zu unterstützen plant, können schon jetzt keine neuen Schulen mehr in das Hochschulnetz aufgenommen werden. Die Kosten für die individualisierten Lösungen liegen von nun an bei den kommunalen Schulträgern.

 

5. Erste Reaktionen

 

Als erste Reaktion auf die Entscheidung überwogen Empörung und Kritik. So sprach SPD-Bildungsexperte Stefan Fulst-Blei laut Stuttgarter Zeitung von einem „digitalen Offenbarungseid“, der von Mangel an Sensibilität für die Situation von Schulen und Schulleitungen zeuge. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Baden-Württemberg äußerte sich kritisch: Während das Vorgehen laut Stuttgarter Zeitung als „falsch“ gewertet wurde, sprach man sich für eine Prüfung dessen aus, ob das Landeshochschulnetz nicht ausgebaut werden könne, um auch für Schulen zur Verfügung zu stehen. Das Ende der Unterstützung bedeute für die Schulen „mehr Aufwand, mehr Kosten und schlechten Datenschutz“, beklagt ein Administrator auf der der Mailingliste des Vereins Linuxmuster.net e.V..

6. Ich bin betroffen. Was kann ich tun?

 

Ist Ihre Schule von den Änderungen betroffen, so gilt es erstmal, die Ruhe zu bewahren. Das Zurückgreifen auf einen neuen Service muss nicht zwingend zum Verlust von Datensicherheit oder großem Aufwand führen. Statt einen Rückschritt zu machen, bietet sich Ihnen die Chance zum Fortschritt durch eine langfristige Lösung: Führen Sie Ihre Schule weg vom veralteten Modell der Kommunikation über Homepage und Mails, hin zum datensicheren Raum für den Austausch in einer digitalen Schulumgebung.

Natürlich gibt es Hosting Plattformen, auf denen sowohl Ihr Web-Hosting als auch Ihre E-Mail-Postfächer sicher liegen. Aber noch besser wäre es, die Chance zu nutzen und die Kommunikation gänzlich zu vereinfachen. Wie schön wäre es, Eltern direkt zu erreichen, Neuigkeiten ausschließlich an die adressierten Personen weiterzugeben, und nie wieder im Mailchaos nach einer Information wühlen zu müssen? Das alles und mehr bietet sich Ihnen, wenn Sie Ihre Schulkommunikation von der Website in die DSGVO-konforme Sdui-App verlegen. Das Beispiel Sdui ersetzt eine Website zwar nicht in ihrer repräsentativen, aber in ihrer informativen Funktion, sodass keine personenbezogenen Daten im Internet erscheinen. Sdui ermöglicht schulinterne Kommunikation ganz einfach per Chat, und noch dazu mit Übersetzung sämtlicher Inhalte auf eine Vielzahl von Sprachen. Im News-Bereich der App können Neuigkeiten und Infos mit Schülern und Eltern geteilt werden, wodurch auch zerknitterte Elternbriefe der Vergangenheit angehören. Indem auch Log-In Bereiche, die zuvor über Ihre Website liefen, per Link in das Menü von Sdui integriert werden, ist alles von einem Ort zugänglich. So sind sensible Daten bestens geschützt, die Kommunikation läuft schnell und direkt, und die Suche nach einer neuen Hosting-Plattform bringt weniger Verantwortung und Unruhe mit sich.

Sdui für die Schule einrichten zu lassen, ist kinderleicht. Vereinbaren Sie einfach ein unverbindliches Gespräch mit einem unserer Experten, um die Plattform kennenzulernen und mit Ihren Bedarfen abzugleichen.

Bei Interesse kann Ihre Schule noch am gleichen Tag aktiviert werden, und sofort mit digitaler Kommunikation und Organisation beginnen! Als beständiger Partner an Ihrer Seite führen wir Sie durch den Prozess, und halten Wort: Bei Sdui werden Sie nicht rausgeschmissen, sondern nach besten Möglichkeiten unterstützt und befähigt, um Ihre Schule zukunftsfähig auszustatten.

Quellen: